Pre-Shot-Routine im Golf: In 6 Schritten zu mehr Ruhe am Ball
Aktualisiert: 54false11 GMT+0000 (Coordinated Universal Time)
Auf der Range triffst Du den Ball frei und locker. Im Turnier stehst Du über demselben Schlag und alles fühlt sich anders an. Der Schwung ist derselbe – verändert hat sich, was in Deinem Kopf passiert. Eine gute Pre-Shot-Routine schließt genau diese Lücke.
Warum eine Pre-Shot-Routine so wichtig ist
Du kannst nicht beeinflussen, wohin der Ball am Ende fliegt. Du kannst aber zu 100 % beeinflussen, wie Du Dich auf den Schlag vorbereitest. Genau darauf lenkt die Routine Deinen Fokus. Sie gibt Deinem Kopf eine Aufgabe, damit er nicht anfängt, Ergebnisse vorauszuberechnen.
Das Ziel ist nicht, den Ball zu zwingen. Das Ziel ist, Dich unmittelbar vor dem Schlag bestmöglich zu fühlen: überzeugt, klar, bereit.
Meine Schlagvorbereitung in 6 Schritten
1. Entscheidung treffen. Triff eine Bauchentscheidung – Schläger, Schlagart, Ziel. Bestätige sie dann bewusst: Warum ist das die richtige Wahl? So stehst Du nicht mit Zweifeln am Ball.
2. Laserfokus auf ein kleines Ziel. Nicht „aufs Fairway“, sondern ein Baum, ein Bunkerrand, ein dunkler Fleck im Gras. Je kleiner das Ziel, desto klarer die Ausrichtung.
3. Probeschwung langsam und intensiv. Der Probeschwung soll kein Training sein, sondern ein Gefühl erzeugen. Schwing langsam und spüre bewusst das Schwunggefühl, das Du mit Deinem Trainer erarbeitet hast.
4. Einfache Visualisierung. Verbinde in Gedanken den Startpunkt mit dem Ziel. Kein ganzer Film, nur eine klare Linie.
5. Locker bleiben am Ball. Beweg Dich leicht, zum Beispiel mit den Zehen, bis das Setup stimmt. Wer starr wird, verkrampft.
6. Letzter Blick zum Ziel. Schau langsam zum Ziel und denk: „Da will ich hin.“ Dann schlagen.
Die Post-Shot-Routine gehört dazu
Nach dem Schlag entscheidest Du, was Du mitnimmst. Einen guten Schlag kurz bewusst abspeichern. Einen schlechten sachlich benennen und dann abschließen, zum Beispiel beim Zurückstecken des Schlägers. So startet jede Schlagvorbereitung frisch.
Pre-Shot-Routine beim Putten
Beim Putten gilt dasselbe Prinzip, nur kürzer: Linie lesen und entscheiden, ein Probeputt mit Gefühl für die Länge, an den Ball stellen, Blick zum Ziel, Blick zum Ball, putten. Wichtig ist, dass der Ablauf immer gleich und eher kurz ist. Je länger Du über dem Ball stehst, desto mehr Zeit haben Zweifel.
Typische Fehler
Zu lange Routine: Mehr als 20 bis 30 Sekunden am Ball laden zum Grübeln ein.
Technikgedanken am Ball: Technik gehört ins Training, auf dem Platz zählt das Gefühl.
Routine nur im Turnier: Wenn Du sie nur unter Druck nutzt, fühlt sie sich fremd an. Trainier sie bei jedem Schlag.
Routine nach Fehlern abkürzen: Gerade dann brauchst Du sie am meisten.
So trainierst Du Deine Routine
Spiel auf der Range nie zwei Bälle hintereinander mit demselben Schläger auf dasselbe Ziel. Wechsle Ziel und Schläger und mach vor jedem Ball die volle Routine. Auf der Runde kannst Du Dir als Ziel setzen: Routine bei allen 18 Löchern durchziehen. Wie gut das geklappt hat, prüfst Du an jedem dritten Loch kurz auf der Scorekarte.
Häufige Fragen
Muss meine Routine immer exakt gleich sein? Der Ablauf ja, die Dauer kann leicht schwanken. Entscheidend ist, dass die Schritte immer in derselben Reihenfolge kommen.
Wie lange dauert es, bis die Routine automatisch läuft? Meist einige Wochen, wenn Du sie bei jedem Schlag im Training nutzt.
Fazit
Die Pre-Shot-Routine ist Dein Anker unter Druck. Sie lenkt Deinen Fokus auf das, was Du beeinflussen kannst, und macht den Unterschied zwischen Range und Turnier kleiner. Mehr Übungen findest Du im Artikel Golf Mentaltraining: 7 Übungen für mehr Konstanz im Turnier.
Passend dazu:
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